Personalisierte Entscheidungsunterstützung bei Herzklappenerkrankungen
Über das Projekt
Herzklappenerkrankungen
Herzklappenerkrankungen betreffen derzeit etwa 2.5 Prozent der Bevölkerung. Sie treten überwiegend im höheren Lebensalter auf und nehmen daher in ihrer Häufigkeit zu. Zwei Entitäten dominieren das Krankheitsbild, die Aortenstenose und die Mitralinsuffizienz. Beide sind mit erheblicher Morbidität und Mortalität verbunden und stellen eine anspruchsvolle Herausforderung für die Optimierung therapeutischer Strategien dar.
Der Zeitpunkt und die Art des interventionellen Eingriffs sind bei Klappenerkrankungen von zentraler Bedeutung, bleiben jedoch in der klinischen Praxis schwierig. In der EU werden laut Registerdaten jährlich mehr als 70 000 Klappen ersetzt oder rekonstruiert (EACTS.org).
Das EurValve-Projekt
EurValve entwickelt, testet und validiert ein modellbasiertes Entscheidungsunterstützungssystem (Decision Support System, DSS) für Erkrankungen der Aorten- und Mitralklappe. Dieses ermöglicht die Simulation, den Vergleich und das Verständnis der Auswirkungen und Risiken unterschiedlicher Behandlungsstrategien.
Zusätzlich verbessert das DSS das Verständnis der Krankheitsmechanismen durch eine umfassende Beurteilung der kardiovaskulären Funktion. Dies umfasst hämodynamische Daten aller kardiozirkulatorischen Kompartimente wie Ventrikel, Klappen und Gefässe sowie multiskalige Modellkomponenten, die Organ- und Zellfunktion koppeln.
Das DSS wird einen wesentlichen Nutzen für Patientinnen und Patienten bieten mit
- Borderline-Indikationen für eine Behandlung wie Klappenersatz oder -rekonstruktion
- Komplexen hämodynamischen Bedingungen wie kombinierten Aorten- und Mitralklappenerkrankungen
- Klappengeometrien, die für eine Klappenrekonstruktion relevant sind
Durch die Integration mehrerer komplexer Modellierungsansätze aus EU- Forschungsprojekten wird ein umfassendes, klinisch einsetzbares Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt, das diesen Herausforderungen gerecht wird. Dies beinhaltet die Quantifizierung individueller Krankheitslast, die Vorhersage der Krankheitsprogression, die Bewertung der Wirksamkeit alternativer interventioneller Optionen und die Optimierung des patientenspezifischen Behandlungsplans.

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