Bildgestützte personalisierte Vorhersage des Restrisikos und der Prognose von kardio-/zerebrovaskulären Erkrankungen
Über das Projekt
Ziel des Projektes ist es, durch turbulente Mechanismen verursachte Blutschädigung zu untersuchen und zu quantifizieren. Mit einem neuen experimentellen Modell, einem turbulenzerzeugenden Taylor-Couette-System (TCS) mit zwei gegenläufig rotierenden Zylindern, soll die Blutschädigung experimentell untersucht werden. In diesem TCS können der Innenzylinder und der Außenzylinder unabhängig voneinander rotieren. Wenn sich beide Zylinder mit einer bestimmten Drehzahlkombination gegenläufig drehen, entsteht im Spalt eine gleichförmige turbulente Strömung. Insbesondere kann im gleichen Gerät bei geeigneter Wahl der Rotationsgeschwindigkeiten beider Zylinder eine laminare Strömung mit gleicher mittlerer Scherrate, wie sie in den turbulenten Bereichen vorherrscht, erzeugt werden.
Damit kann die Blutschädigung durch turbulente Effekte mit der Blutschädigung durch die vielfach untersuchten laminaren Strömung verglichen werden. Die Strömung wird experimentell durch eine zwei-Geschwindigkeitskomponenten LDA Messung in einem Blutersatzfluid untersucht. Die charakteristischen Turbulenzgrößen werden in Abhängigkeit der Drehzahlen ermittelt und der Einfluss von Strömungszustand, Turbulenzintensität und Einwirkzeit auf diese Turbulenzgrößen wird untersucht.
Weiterhin wird die Streuung der gemessenen Parameter untersucht. Hierfür werden zunächst Blutproben von Tieren und anschließend gesunden Probanden in den Spalt des TCS eingebracht und mit gängigen Methoden untersucht. Anschließend soll ein Zusammenhang zwischen Blutschädigung mit den turbulenten Strömungsgrößen analysiert werden.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind weltweit die häufigste Todesursache. Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Cholesterin werden genutzt, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorherzusagen und Prävention zu planen. Besonders gefährdet sind Menschen, die schon einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz erlitten haben. Bei diesen Patient:innen variiert das Risiko für erneute Ereignisse stark, weshalb eine genauere Einschätzung des Risikos sehr wünschenwert ist.
Neue Biomarker könnten helfen, individuelle Risiken besser zu erkennen und die Therapie zu optimieren. Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Vielfalt der Begleiterkrankungen groß, was die Prognose erschwert. Außerdem beeinflussen Erkrankungen anderer Organe, z.B. Nieren oder Gehirn, den Verlauf der Herzkrankheit. Diese Zusammenhänge sind noch nicht ausreichend erforscht, aber sie sind wichtig, um bessere Therapien zu entwickeln. Aktuelle Forschung widmet sich daher personalisierten Ansätzen, die basierend auf Technologien wie "Omics" und künstlicher Intelligenz individuelle Risiken und Krankheitsmechanismen besser messbar machen.
Das Projekt Bildgestützte personalisierte Vorhersage des Restrisikos und der Prognose von kardio-/ zerebrovaskulären Erkrankungen basierend auf den Mapping-Daten der BELOVE-Studie wird im SPP 2177: Radiomics: Nächste Generation der Medizinischen Bildgebung) gefördert. Die Professorinnen Frau Prof. Dr. Anja Hennemuth, Frau Univ. Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger und Frau Dr. Kersten Villringer leiten und betreuen das Forschungsprojekt gemeinsam.
Projektinformationen
Keywords
Kennzahlen
DFG
Ihr Ansprechpartner
Anja Hennemuth, Prof. Dr.-Ing.

