Sechs Beiträge, zwei Awards
Mit sechs wissenschaftlichen Beiträgen, zwei ausgezeichneten Arbeiten und der Beteiligung an mehreren Sessions war das ICM bei der diesjährigen Konferenz der European Society for Artificial Organs (ESAO) stark vertreten.

Die ESAO 2026 fand vom 9. bis 12. September 2026 in Iași, Rumänien, statt. Im Mittelpunkt der Beiträge standen unter anderem die Prüfung kardiovaskulärer Medizinprodukte, Blutverträglichkeit, Strömungsmechanik sowie experimentelle Modelle für Herzklappen und Herzunterstützungssysteme.
Besonders erfolgreich war Isabell Esslinger: Sie wurde aufgrund zweier Auszeichnungen eingeladen, ihre Arbeiten in Vorträgen auf der Konferenz vorzustellen.

Für ihre Arbeit „Platelet adhesion on hard material coatings and bonding agents for ventricular assist devices in a flow chamber“ erhielt sie den SAGE Award. Ihre gemeinsam mit Rosmarie Schoefbeck vorgestellte Arbeit „Linking Zeta Potential to Hemocompatibility of Micro-Structured Ti-6Al-4V: A Comparative Study Using Sheep and Human Blood“ wurde mit dem yESAO Exchange Award ausgezeichnet.
Von künstlichen Herzmodellen bis zur Blutverträglichkeit
Ein Schwerpunkt der vorgestellten Arbeiten lag auf der Entwicklung und Validierung experimenteller Modelle und Prüfverfahren für kardiovaskuläre Medizinprodukte.
Isabell Schulz präsentierte einen passiv schlagenden Herzmodellkreislauf mit einem ex vivo Schweineherzen. Der entwickelte „Passive Beating-Heart Mock-Loop“ soll Untersuchungen und Tests von Medizinprodukten am rechten Herzen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen ermöglichen.
Mit einem weiteren Prüfverfahren beschäftigte sich Louis Wahle. Sein Beitrag stellte einen Teststand zur Untersuchung von Hämolyse unter kontrollierter Schlauchkompression vor. Damit sollen mechanische Belastungen und ihr Einfluss auf rote Blutkörperchen gezielt untersucht werden können.
Henri Wolff verglich zwei experimentelle Aufbauten zur Visualisierung der strömungsinduzierten Verformung roter Blutkörperchen bei unterschiedlichen Hämatokritwerten. Die Untersuchung trägt dazu bei, die Wechselwirkungen zwischen Blut und Strömung unter verschiedenen Bedingungen besser zu verstehen.
Auch die Blutverträglichkeit von Materialien und Medizinprodukten war Gegenstand mehrerer Beiträge. Neben den beiden ausgezeichneten Arbeiten von Isabell Esslinger beschäftigte sich Vera Froese mit der strömungsinduzierten Hämolyse bei pädiatrischem und erwachsenem Blut. Die Ergebnisse wurden inzwischen auch in der Fachzeitschrift Artificial Organs veröffentlicht:Shear-Induced Hemolysis of Pediatric and Adult Blood.
Sophia Krakowski präsentierte zudem Untersuchungen zur Oberflächenmodifikation von Titan durch Anodisierung.
Ein weiterer Forschungsbereich wurde von Sophie Becke vorgestellt. Ihr Beitrag beschrieb einen pulsierenden Bioreaktor für In-vitro-Untersuchungen von Endokarditis an Herzklappenprothesen. Der Versuchsaufbau ermöglicht Untersuchungen unter kontrollierten, dynamischen Bedingungen.
ICM auch in der wissenschaftlichen Konferenzleitung vertreten
Neben den eigenen Forschungsbeiträgen war das ICM auch in der Gestaltung des wissenschaftlichen Programms vertreten. Michael Lommel übernahm den Vorsitz der Session „Macro-Hemodynamics & Closed-Loop Cardiovascular Systems“. Ullrich Kertzscher war Chair der beiden Poster-Sessions.
Die Beiträge auf der ESAO 2026 verdeutlichen die thematische Breite der Forschung am ICM im Bereich der künstlichen Organe und kardiovaskulären Unterstützungssysteme – von experimentellen Prüfständen und Strömungsanalysen über die Untersuchung der Blutverträglichkeit bis hin zur Entwicklung neuer Modelle für Herzklappen und Herzunterstützungssysteme.